Die Vision der Predigt, 1888

La Vision du sermon ist ein bahnbrechendes Werk, das wohl zu den berühmtesten und bedeutendsten gehört, die Gauguin während seines Aufenthalts im bretonischen Pont-Aven malte. Darin löste sich der Künstler endgültig vom Impressionismus, der seine früheren Bilder noch geprägt hatte, und fand zu seinem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck: An die Stelle einer naturnahen Wiedergabe der äusserlich wahrnehmbaren Realität trat die Darstellung einer inneren, »visionären« Wirklichkeit. Entsprechend erscheint auch der Titel dieses Gemäldes programmatisch. Gauguins neuartiger Stil, der als »Synthetismus« bezeichnet wurde, ist durch eine besondere Intensität der Farben ebenso charakterisiert
wie durch stark konturierte Farbfelder, die unter weitgehendem Verzicht auf perspektivische Tiefenwirkung die Flächigkeit des Bildes betonen.

Mit diesem Werk wurde Gauguin zum Vorbild einer ganzen Gruppe von Künstlern, die als »Schule von Pont-Aven« in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Das Bildthema – Jakobs Kampf mit dem Engel – ist alttestamentarischen Ursprungs. Es wird bei Gauguin aber auf ganz neue Weise als Vision entfaltet: Im Vordergrund beten Frauen in bretonischer Tracht, während ihnen dahinter Jakob und der Engel erscheinen, wobei die weltliche und die religiöse Sphäre, Realität und Imagination durch einen diagonal verlaufenden dicken Ast klar voneinander getrennt sind. Als Vermittler zwischen den beiden Bereichen taucht ganz rechts im Bild die Figur eines Priesters auf, dessen Züge an Gauguin erinnern. Handelt es sich hier um ein verstecktes Selbstporträt des Künstlers? Jedenfalls präsentiert er uns in diesem Meisterwerk seine ganz eigene Vision einer Vision.


Öl auf Leinwand, 72,2x91 cm Scottish National Gallery, Edinburgh


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